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Deutschland – Spanien: Löw will im Testspiel auf WM-Stars verzichten

Veröffentlicht: Donnerstag, 25. September 2014 um 19:22 Uhr

Am 18. November kommt es in Vigo im Rahmen eines Länderspiels zwischen Spanien und Deutschland zum Duell des amtierenden Europameisters gegen den amtierenden Weltmeister. Mehr Prestige geht nicht. Doch gerade auf deutscher Seite scheint es in diesem Duell weniger weltmeisterlich zu werden. Denn Bundestrainer Joachim Löw will offenbar auf die aktuelle Diskussion um die Überbelastung einiger deutschen Nationalspieler auf Leistungsträger im DFB-Team verzichten. Berichten zufolge wird er mit dieser Entscheidung vor allem den Wünschen bzw. Forderungen der Klubs entgegenkommen und auf die Weltmeister vom FC Bayern München und von Borussia Dortmund verzichten. Auch die Pause einiger Legionäre sei angedacht.

Wegen drohender Überbelastung könnte Bundestrainer Löw im Prestigeduell gegen Europameister Spanien am 18. November in Vigo freiwillig auf einige seiner WM-Stars verzichten und den Spielern aus der zweiten Reihe eine Chance geben. „Das ist ein Testspiel, deshalb ist es eine Überlegung, dem einen oder anderen Spieler da auch eine Pause zuzugestehen“, erklärte Löw gegenüber dem „kicker“. Demnach würden davon vor allem die Weltmeister vom FC Bayern München wie Thomas Müller, Manuel Neuer, Mario Götze oder Jerome Boateng und Borussia Dortmund wie Mats Hummels oder Marco Reus aber auch die Auslands-Profis wie Mesut Özil vom FC Arsenal und Toni Kroos von Real Madrid betroffen sein.

Bundestrainer Jogi Löw

DFB-Team: Quali-Spiele im Oktober mit Bestbesetzung

Doch zuvor stehen erst einmal die beiden EM-Qualifikationsspiele am 11. Oktober in Polen und am 14. Oktober gegen Irland (beide Spiele live auf RTL) auf dem Programm. In den beiden wichtigen Partien will der Bundestrainer natürlich seine Bestbesetzung auf das Feld schicken: „Bislang waren die Oktober-Spiele immer unsere besten. Ich hoffe, dass das so bleibt und der eine oder andere Spieler in einer körperlich besseren Verfassung zu uns stößt, als das gegen Schottland der Fall war.“

Schon zum jetzigen Zeitpunkt ist klar, dass die Langzeitverletzten Bastian Schweinsteiger und Sami Khedira nicht zum Aufgebot der DFB-Elf für die beiden Quali-Spiele im Oktober zählen werden. Fehlen wird aller Voraussicht nach auch Mario Gomez vom AC Florenz, der sich im letzten Punktspiel in der Serie A eine Oberschenkelverletzung zugezogen hatte und seinem Verein voraussichtlich drei Wochen fehlen wird.

Guardiola und Klopp beklagen Belastung der Nationalspieler

Zuletzt hatten sich unter anderen Trainer Pep Guardiola und Sportdirektor Matthias Sammer von Bayern München und Dortmunds Coach Jürgen Klopp kritisch zu den Spielansetzungen und der zusätzlichen Belastung der Fußball-Nationalspieler geäußert. „Wir killen die Spieler. Wir spielen elf Monate. Druck, Druck und Druck“, äußerte sich Bayern-Coach Guardiola sehr martialisch, aber durchaus richtig. Denn die Anzahl der englischen Wochen und die dadurch hohe Belastung und geringeren Erholungsphasen der Profis hat weiter zugenommen. Auch sein Dortmunder Kollege Klopp schlug in die gleiche Kerbe und erklärte, dass der kurze Urlaub nach der WM kaum ausreiche, damit die deutschen Nationalspieler ihre Akkus wieder aufladen können: „Die WM hat alle Spieler viel Substanz gekostet.“ Zudem warnt der BVB-Kulttrainer: „In zehn Jahren wird es keinen mehr geben, der seine Karriere mit 35 beenden wird.“

Vielleicht war es auch ein Fingerzeig von den erst kürzlich aus der deutschen Nationalmannschaft zurückgetretenen Philipp Lahm (30 Jahre) und Per Mertesacker (29 Jahre), dass die Flut an Spielen einfach zu viel ist. Die beiden Routiniers nutzten den Gewinn der Weltmeisterschaft, um sich auf dem Höhepunkt ihrer DFB-Karriere zu verabschieden, obwohl sie durchaus noch die EM 2016 und WM 2018 hätten spielen können.

Klopp kritisiert UEFA und Aufstockung der EM 2016

Klopp ging sogar noch einen Schritt weiter als Guardiola und schob den schwarzen Peter der UEFA zu: „Ehemalige Spieler in hohen Funktionen vergessen zu schnell die Belastungen ihre Karriere. Man muss beginnen, das Rad zurückzudrehen. Stattdessen findet 2016 eine EM mit 24 Mannschaften statt, weil irgendwelche Leute Spaß daran haben. Das macht keinen wahnsinnig großen Sinn für die Spieler.“ Unterstützung erhält Klopp von Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge. Seiner Meinung sind „die Dachverbände mit ihrer Flut von Länderspielen verantwortlich“ und Grund für das Übel der vielen Spiele. Damit meint er nicht nur die UEFA, sondern auch den Weltverband FIFA. Er appelliere daher an die Vernunft und „den Fußball zugunsten der Spieler zu verbessern und dieser Hatz ein Ende zu setzen“.

Es ist durchaus eine gute Entscheidung, wenn Löw in Testspielen dem einen oder anderen arrivierten Nationalspieler ein Pause gönnt und lieber auf Spieler aus der zweiten Reihe setzt. Nicht umsonst hagelte es vor unbedeutenden Testspielen Absagen der Spieler, die nicht selten fadenscheinige Entschuldigungen wie Erkältung oder muskuläre Probleme aufführten. Man darf gespannt sein, wen Löw im November gegen Spanien aufs Feld und wie dabei die Elf der Iberer aussehen wird.

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